• Sarah Neuwirth

Zünglein an der Waage

Seit Beginn an spreche ich und bin da. Mal vorne, mal weiter hinten, wie auch immer.

Seit den Rauhnächten hat sich etwas in mir verändert. Ich nehme all das da draußen wahr, es ist ja nicht weg.


Doch es ist ein bisschen wie aus einer toxischen Beziehung gehen.

Man muss gehen.

Es bleibt einem nichts anderes übrig. Irgendwann. Weil das Toxische nicht aufhören wird, wenn man bleibt. Es macht weiter und weiter.


In einem "falschen" System kann man nicht "richtig" handeln. Unmöglich. Und so schnell wie ein Schritt vor den anderen gesetzt wird in diesen Zeiten. Wie soll das gehen?


Also Detox. Bewusst den inneren Fokus verändern. Alles was getriggert wird, gnadenlos in sich selbst umdrehen. In sich selbst verändern. Und seien es auch nur Fuzzel im eigenen Fühlen und Wahrnehmen.


Egoistisch?

Ich helfe niemandem in meiner Angst. Niemandem in meiner Wut. Niemandem mit meinen, aus dualen Emotionen geborenen Handlungen.


Gut. Dann bin ich da und dort neutral. Echt oder im Schein? Gehen wir von echt aus. Dann heißt es für mich weiter gehen. Bewusst die Kehrtwende einlegen. In Richtung Freiheit, ins Gute hinein. Tag für Tag. Für mich eine Routine, die mir mal leichter, mal nicht so leicht fällt. Akkurat werden. Im Denken, im Aussenden, im Wirken und Tun.


Dann weiter. Raus aus der Perfektionsfalle. Wir sind Menschen und keine rosa Einhörner. Wir haben auch scheiss Tage, wo einem alles auf den Kopf fällt. Und sich Zweifel, Verdruss, Angst, was auch immer zeigen. Die Kunst ist, auch das DA sein zu lassen. Bis es gut durchfühlt, gefühlt ist. Dare to feel your shit and the nice things as well.


Im Fühlen, im wirklich fühlen und dann weiter gehen, wenn es soweit ist. Nicht früher, aber auch nicht später. Denn das Drama ist nie weit weg, wenn die Ohnmacht vermeintlich nichts ändern zu können, ihren leisen Platz einnimmt. Und sich die Erwartungshaltung dazu gesellt, vielleicht noch mit einem sich verlieren in Schmerz. Die Sucht nach Schmerz. Selbstgeißelung. Auch so ein Thema dieser Zeit. Auch das darf enden. Du hast genug gegeben.. Wir haben uns genug verurteilt für unsere Fehler.


Du bist und ich bin und wir waren es immer. Das Zünglein an der eigenen Waage.


An der Waage der Welt vielleicht sogar?

Glaubst du wirklich an all die Worte aus den klugen FB, Insta Sprüchen? Mit Schöpferin, Schöpfer sein und so.


Bitte. Gehe in dich. Fühle alles durch. Und dann gehe weiter. Das Toxische ist da und es wird auch mal weiterhin so sein. Im Großen betrachtet.

Entscheide dich mal bewusst für Einfachheit. Ein Besenstrich, ein Schritt nach dem anderen. So mache ich es, wenn mir auf einmal alles zu viel wird. Das kann manchmal schnell gehen.


Schritt, Atemzug, Besenstrich. Langsam. In einer Zeit wo alles so schnell ist. Rom wurde auch nicht in einem Tag erbaut. Schon gar nicht all diese Systeme.


Es braucht Zeit, Konsequenz auch.

Und unsere Friedensarbeit. In dir, in deiner Familie und in den Bereichen wo du bist, wirkst, arbeitest. Das sind Samen. Die vielleicht erst viel viel später aufgehen werden. Vielleicht erleben wir es noch, vielleicht auch nicht.


"Niemals müde werden, sondern dem Glück wie einem Vogel die Hand reichen." - Zitat von ich weiß nicht mehr wem.


Seien wir das Zünglein an der Waage. Wieder und wieder.

Ich danke dir.



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